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Was ist eine E-Geige?

E-Geigen werden – besonders wegen der vereinfachten Aufnahme im Studio – immer beliebter bei Hobby-Musikern und professionellen Künstlern. Doch wodurch zeichnet sich eine E-Geige eigentlich aus?

Merkmale im Aufbau und Technik

Abbildung einer E-GeigeEine E-Geige (Kurzform für elektrische Geige, auch: E-Violine) besteht aus einem resonanzverhindernden Körper, der mit einem elektronischen Soundausgang ausgestattet ist. Viele Versionen bestehen zusätzlich aus einer piezoelektrischen Brücke und einem magnetischen Tonabnehmer am Griffbrett.

Eine E-Geige kann, muss aber nicht, vom Aussehen einer herkömmlichen Violine ähneln. Da der eigentliche Instrumentenkörper für den Klang unwichtig ist, kann die Form einer E-Geige sehr speziell und individualistisch gestaltet werden. Beispielsweise sieht man in der Darstellung auf dem Bild rechts eine klassische Geige mit dem üblichen Instrumentenkörper (links) im Vergleich zu einer E-Geige (rechts). Hier hat man sich den Instrumentenkörper größtenteils gespart, da er nicht notwendig ist.

Erfolgsgeschichte der E-Geige

E-Geigen sind eine zunehmend populäre Wahl für Violinisten in aller Welt. Außerhalb der klassischen Musik werden sie gelobt und von Jazz, Country-Musik, New Age und sogar Hardrock Musikern geschätzt. Doch obwohl sie erst in den 90er Jahren weitreichend bekannt geworden sind, gibt es elektrische Geigen schon seit vielen Jahren.

Elektrisch verstärkte Geigen wurden schon in der ein oder anderen Form seit den 20er Jahren benutzt. Der amerikanische Jazz und Blues Künstler Stuff Smith wird mit der ersten Benutzung von Verstärkern und Tonabnehmern für seine Geige überhaupt in Verbindung gebracht. Die ersten professionell gebauten E-Geigen wurden in den 30er und 40er Jahren unter anderem von der in den USA ansässigen „Electro Stringed Instrument Corporation“ vertrieben – derselben Firma, die auch die ersten Resonanz-Gitarren entwickelte. Auch ein weiterer berühmter Gitarrenbauer namens „Fender“, versuchte sich in den 50er Jahren an einer kleinen Auswahl von E-Gitarren. Aber erst seit den 90er Jahren wurde daraus ein großes, profitables Geschäft.

Gitarrenbauer begannen jetzt, E-Geigen mit auffallenden, futuristischen Formen und aus verschiedenen, für diese Instrumente ungewöhnlichen, Materialien herzustellen. Das wiederum machte sie für experimentelle Musik besonders interessant. Auch wurde gleichzeitig ihr Klang weiterentwickelt und die Verstärkung verbessert.

Eine E-Geige braucht kein spezielles Mikrofon für die Lautstärke mehr und somit besteht auch keine Gefahr mehr für Unfälle auf der Bühne oder ungewolltes Feedback. Damit wurden elektrische Geigen nun auch mehr und mehr in Konzertsälen zu einer echten Alternative zu den gewohnten Violinen.

Zusätzlich können auf E-Geigen künstliche Effekte erzielt werden, zu denen herkömmliche Violinen nicht in der Lage sind. Das eröffnet Musikern neue Ausdrucksmöglichkeiten. Auf einer E-Geige können, wie bei elektrischen Gitarren, die eigentliche Musik unterstützende Töne und Effekte wie unter anderem Echo, Flanger, Tremolo, Delay, Distortion, Overdrive oder Hall erzeugt werden.

Aufnahme einer E-Geige

Ein weiterer großer Vorteil für Künstler ist die Einfachheit der Aufnahme. Akustische Violinen benötigen einen sehr spezifischen Aufbau von mehreren Mikrofonen, um den kompletten Sound bei einer Aufnahme perfekt zu erfassen. Eine E-Geige benötigt lediglich ein Instrumentenkabel. Ungewollte Hintergrundgeräusche oder beispielsweise die Atmung des Künstlers werden bei der Aufnahme mit einer E-Geige automatisch vermieden.

Fazit: Was ist eine E-Geige?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die zunehmende Beliebtheit von E-Geigen auf einer einzigartigen Mischung des wundervollen Klanges der herkömmlichen akustischen Violinen mit all den Vorteilen und Effekten einer elektrischen Gitarre beruht.